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Zwischen Administration und Erziehungsauftrag: Wo bleibt eigentlich der Unterricht?


Hand aufs Herz: Warum sind wir eigentlich Lehrer geworden?

Vielleicht war es bei dir wie bei mir. Ich wollte diese „Aha!“-Momente in den Augen der Kinder sehen. Ich wollte kreative Projekte entwerfen, Experimente wagen und Schülern zeigen, wie spannend die Welt ist. Ich wollte begeistern.

Doch wenn ich heute an meinem Schreibtisch sitze, fühlt es sich oft eher nach einem Marathon im Verwalten an als nach der Gestaltung von Bildung. Wenn du dich auch fragst, wann aus deinem Traumberuf eigentlich ein Vollzeit-Job in Administration und Basiserziehung geworden ist, dann bist du hier genau richtig. Du bist nicht allein.


Der kreative Funke – begraben unter Papierstapeln

Das Vorbereiten von Unterricht war für mich immer das Herzstück. Stundenlang über packenden Einstiegen zu brüten oder Materialien zu erstellen, die wirklich Spass machen, hat mir Energie gegeben.

Doch die Realität sieht heute anders aus:

  • Die Admin-Flut: Dokumentationspflichten, endlose E-Mail-Ketten, Förderpläne und Listen für… ja, eigentlich für alles.

  • Erziehung statt Lehre: Oft verbringe ich die erste Hälfte der Stunde damit, soziale Konflikte zu lösen oder Grundlagen der Höflichkeit zu klären, bevor wir überhaupt das Buch aufschlagen können.

  • Der Zeitfresser: Am Ende des Tages bleibt für die eigentliche Leidenschaft – den kreativen Unterricht – oft nur noch der Rest vom Schützenfest.


Warum Mich das so frustriert

Es ist nicht die Arbeit an sich, die mich müde macht. Es ist die Art der Arbeit. Ich bin keine Sekretärin und ich bin nicht die alleinige Erziehungsberechtigte. Wenn das, was mir Freude macht – der fachliche und kreative Austausch mit den Schülern – immer weiter in den Hintergrund rückt, leidet die Motivation.

Ehrliches Fazit: Wir verwalten den Mangel an Zeit, anstatt die Fülle an Möglichkeiten zu nutzen. Das ist frustrierend, kräftezehrend und auf Dauer schlichtweg anstrengend.

3 Tipps, wie ich versuche, mir den Spass zurückzuholen

Ich habe keine Patentlösung, aber ich versuche, mir kleine Inseln der Kreativität zurückzuerobern:

  1. Mut zur Lücke bei der Organisation: Nicht jede Liste muss sofort perfekt sein. Ich priorisiere meine Energie für die Stunden, auf die ich mich wirklich freue.

  2. Kreative 10-Minuten: Auch wenn die Admin drückt – ich gönne mir in jeder Woche mindestens eine „Herzensstunde“, in der ich methodisch mal wieder etwas ganz Neues ausprobiere. Nur für mich.

  3. Vernetzung: Redet darüber! Der Austausch im Lehrerzimmer (oder hier in den Kommentaren) zeigt, dass wir alle im selben Boot sitzen. Geteiltes Leid ist zwar kein halbes Leid, aber es validiert unser Gefühl.


Wie geht es dir damit? Fühlst du dich auch mehr wie ein Verwalter als wie ein Gestalter? Schreib es mir in die Kommentare – ich freue mich auf den Austausch mit dir!


 
 
 

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